Der VfB II musste zum schweren Auswärtsspiel nach Lindenberg und die Vorzeichen waren alles andere als gut. Erstens musste man mit Mario Wagner und Marcus Oegel zwei ganz wichtige Stammspieler ersetzen und zweitens konnte man erwarten, dass der Gastgeber Spieler aus der Landesklasse-Vertretung einsetzen würde, um die Punkte einzufahren. Und die Erwartungen des VfB wurden bestätigt, denn sage und schreibe sechs Spieler mit Landesklasse-Erfahrungen in der aktuellen Saison standen im Team der Grün-Weißen. So wollte der Gast defensiv auftreten und auf dem relativ großen Hauptplatz gezielte Konter setzen. Leider machte auch hier der Gastgeber dem VfB einen Strich durch die Rechnung und die Partie fand plötzlich auf dem viel kleineren, fast quadratischen Nebenplatz statt und dessen Zustand dürfte man durchaus als fragwürdig einstufen. Aber so wurden auch Erinnerungen beim Gast wach, als der VfB vor Jahren noch auf seinem von vielen Gegnern beschimpften \"Kartoffelacker\" spielte, denn diese Bezeichnung traf auch auf das hier vorgefundene Geläuf zu.
Das Spiel begann mit einer kurzen Abtastphase, aber der Gastgeber übernahm schnell die Initiative und brachte den VfB immer wieder in Bedrängnis. Vorallem die Standards der Lindenberger sorgten immer wieder für Gefahr, die der Gast mit viel Glück aber unbeschadet überstand. Auch der VfB setzte nun ein paar Achtungszeichen, denn bei Standards des Gastes schienen die Grün-Weißen verwundbar und nicht immer sattelfest. Während Lindenberg in Person von Kapitän Neupetsch mit einer Riesenchance am Pfosten scheiterte, fasste sich Mathias Müller auf der Gegenseite ein Herz und zog mit seinem schwächeren rechten Fuss aus 30 Metern ab und scheiterte knapp am Außenpfosten. Aber fünf Minuten später war es wieder jener Müller, der die überraschende Führung der Gäste vorbereitete. Er brachte einen Freistoß gefühlvoll auf den langen Pfosten, wo VfB-Stürmer Cavin Mosters seine \"neu entdeckte Kopfballstärke\" nutzte und den Ball einnickte (35.). Der Gastgeber antwortete nun mit wütenden Angriffen und Steinhöfel hatte Mühe aus der eigenen Defensive herauszukommen. So verballerte Lindenberg förmlich Chance um Chance und der Gast rettete sich mit mehr Glück als Geschick, mit der knappsten aller Führungen in die Halbzeitpause. Auch in Hälfte Zwei kein anderes Bild, als vor der Pause, der Gastgeber marschierte und der VfB kam nur sporadisch zu Entlastungsangriffen. Immer wieder scheiterte die Grün-Weißen am starken Gästekeeper Dave Franz, am Aluminium oder einfach am eigenen Unvermögen, denn man ließ einige Großchancen recht fahrlässig liegen. Nur Wollenberg konnte den Ball im Gästetor unterbringen und schaffte den mehr als verdienten Ausgleich für Lindenberg (56.). Danach stürmten die Hausherren munter weiter, verstanden aber nicht ihre spielerische Überlegenheit und ihre großen Chancen in Tore umzumünzen. So hatte man sogar durchaus Glück, dass der VfB seine wenigen Chancen nicht noch zum Siegtreffer nutzen konnte, so verfehlten Schüsse von Dominick Lorenz, Denny Saegebrecht und Sebastian Henschke nur knapp ihr Ziel. Aber alles in allem muss der Gast mit diesem Punkt glücklich sein, denn das Übergewicht an Ballbesitz und Chancen war fast erdrückend, und nur die Unentschlossenheit der Lindenberger Angreifer ermöglichte diesen Punktgewinn.
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