Der VfB II empfing im Achtelfinale des Kreispokals den Spreeligisten FSV Preußen Bad Saarow, die man in der letzten Saison ebenfalls in der 2. Pokalrunde zuhause besiegt hatte. Mit dieser Gewissheit und an die eigene Stärke glaubend, wollten man dem gut in die Saison gestarteten Gegner das Weiterkommen so schwer wie möglich machen oder gar für eine Pokalüberraschung sorgen.
VFB II - Trainer Tino Völzmann musste immer noch, wie in den Vorwochen, auf einige wichtige Stützen (Mario Wagner, Nico Paulke, Nico Schäper, Steffen Lüdtke) des Teams verzichten, konnte aber wenigstens wieder auf Maik Hauschild und Stammkeeper Rene Seilz zurückgreifen. Dem gegenüber standen die Preußen, die mit voller Kapelle angereist waren und nicht mal alle Spieler auf dem Spielformular unterbringen konnten, und somit der haushohe Favorit vor diesem Spiel war. Das Spiel begann wie man es erwarten konnte, der VfB versuchte mit körperlicher Präsenz, den spielerischen Nachteil auszugleichen, während der Gast bemüht war, das Spiel an sich zu reißen. Bis zur 13. Minute waren auf beiden Seiten keine echte Torchance zuverzeichnen, aber Saarow machte wie aus dem Nichts das erste Tor der Partie. Nach einem Freistoss aus dem Halbfeld wurde David Dürre nicht richtig gestört und vollendet per Kopf zur frühen Gästeführung und auch in der Folgezeit bestimmte der Gast das Spiel, während es der VfB mit Kontern versuchte. Einer dieser Konter hätte auch fast zum Ausgleich geführt, aber Dave Franz scheiterte am gut reagierenden Gästekeeper. So ging das Spiel bis fast zur Pause weiter, ohne zwingende Torchancen auf beiden Seiten, und als eininge schon gedanklich beim Pausentee waren, entschied der Schiedsrichter nach einer unübersichtlichen Situation im VfB-Strafraum auf Elfmeter für die Gäste. Stefan Hoppe legte sich den Ball zurecht und ließ VfB-Keeper Rene Seilz mit einem Schuss in den Winkel keine Abwehrchance. So ging es mit einem 0-2 aus VfB-Sicht in die Pause und man musste erkennen das die Saarower bis zu diesem Zeitpunkt wirklich eine Klasse besser waren.
In der Kabine erinnert der VfB-Coach sein Team daran, dass man in der ersten Pokalrunde auch schon mit 0-2 hinten lag und dann noch das Spiel drehte, zudem änderte sich jetzt die taktische Ausrichtung des VfB und man wollte nun offensiver spielen und was in den zweiten 45 Minuten folgte, war auf jeden Fall sein Eintrittsgeld wert.
Der VfB übernahm nun die Initiative und versuchte es endlich mit einem Flachpass-Spiel zum Erfolg zukommen und in der 56. Minute sollte es soweit sein. Einen herrlichen Pass in die Gasse von Felix Brade vollendete der eigentliche Ersatz-Torwart Dave Franz zum Anschlusstreffer und hielt die VfB-Hoffnungen am Leben. Lange währte die Freude beim lautstarken VfB-Anhang allerdings nicht, denn zehn Minuten nach dem Anschlusstreffer zeigte der Schiedsrichter wieder berechtigter Weise auf den Elfmeterpunkt im VfB-Strafraum. Diesmal übernahm Paul Zucker die Verantwortung und traf ebenso sicher wie sein Mannschaftskamerad vor der Pause. Doch der VfB gab sich und dieses Spiel nicht auf und antwortete seinerseits mit wütenden Angriffen, welche bereits zwei Minuten später belohnt wurden. Wieder war es der spielstarke Felix Brade, der Cavin Mosters geschickt in Szene setzte und dieser vollendete mit deinem Schuss ins lange Eck. Nun war Saarow wieder am Zug und kam wiederum nur zwei Minuten später zum nächsten Torerfolg: Wieder war eine Standardsituation der Ausgangspunkt für diesen Treffer, den David Dürre abermals mit dem Kopf versenkte. Aber wie sollte es an diesem Tag anders sein, der Sekundenzeiger der Stadionuhr hatte noch nicht mal drei Umrundungen geschafft, da bekam der VfB einen Foulelfmeter zugesprochen und Felix Brade ließ sich nicht zweimal bitten und erzielte das 3-4. Und keine 90 Sekunden später erzielte wieder Dave Franz auf Vorarbeit von Felix Brade den Ausgleich. Nun musste der VfB zweimal wechseln und brachte für die ausgepumpten Maik Hauschild und Julius Schmidt, Michel Schulze für die Offensive und Trainer Tino Völzmann als Verstärkung für die Defensive. Doch der Tore-Rhytmus wurden auf beiden Seiten immer noch nicht unterbrochen: Der Saarower Martin Bormann besorgte nach einem Freistoss die erneute Gästeführung und eine Minute später, war es wieder Cavin Mosters, der auf Vorarbeit von Felix Brade, den Ausgleich erzielte. Die verbleibenden zehn Spielminuten sollten genau wie die Verlängerung torlos bleiben und nur in der zweiten Halbzeit der Verlängerung gab es zwei Aufreger. Erst scheiterte Michel Schulze freistehend am Gästekeeper und kurz danach ließ sich der Gäste-Libero zu einer Tätlichkeit an Michel Schulze hinreißen und bekam zurecht Rot. Es folgte das entscheidende Elfmeterschießen und hierbei sollte der VfB-Keeper zum Helden avanchieren. Die beiden ersten Schützen, auf Saarower Seite Hoppe und Zucker, für den VfB Brade und Mosters trafen sicher. Den dritten Saarower Elfer, parierte Rene Seilz, während Marco Tober für den VfB traf. Nach dem nächsten Saarower Treffer verfehlte erst VfB-Kapitän Sebstian Henschke das Gehäuse und der folgende Saarower Schütze scheiterte wieder am VfB-Keeper. Nun lag es an Dave Franz, dem letzten VfB-Schützen, den Sieg perfekt zum machen und er traf unterm Gästekeeper hindurch zum VfB-Erfolg. Nun kannte der Jubel aufseiten des VfB keine Grenzen mehr und das Team wurde lautstark vom zahlreichen Anhang gefeiert.
Eine Schattenseite hatte dieses rassige Pokalspiel allerdings noch nach dem Schlusspfiff und hierbei sollte sich der Saarower Trainer eventuell mal hinterfragen, ob man nicht auch als Verlierer, trotzdem respektvoll mit dem Gastgeber und dem Schiedsrichtergespann umgehen sollte und nicht als schlechter Verlierer in Erscheinung treten muss. |
|